SpVg32

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Vereinsgeschichte der Spielvereinigung Hemer 32

Der Chronist berichtet:

Es sind nunmehr 30 Jahre vergangen als sich im Jahre 1932 50 Sportinteressenten zusammenfanden um unseren heutigen Verein unter dem „Spiel und Sport Landhausen“ zu gründen. Der erste Vorstand setzte sich lt. vorliegendem Protokoll aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • 1. Vorsitzender: Karl Keune
  • 2. Vorsitzender: Walter Beeck
  • 1. Schriftführer: Fritz Ritter
  • 2. Schriftführer: Willi Wiemann
  • 1. Kassierer: Fritz Rosenhoff
  • 2. Kassierer: Willi Schäfer.

Als Vereinslokal wurde Gasthof Sander, Landhausen, gewählt. Der Vereinsgründung in Landhausen war ein reges Interesse der damaligen Jugend am Fußballsport vorausgegangen. Durch die Wirtschaftskrise, die zur damaligen Zeit herrschte, wurden große Teile der Jugend zum Nichtstun verurteilt. Was hätte daher näher gelegen, als sich in der auferzwungenen Freizeit dem Fußballspiel zuzuwenden. Einen großen Anreiz dazu bot unser Nachbarverein SV Hemer 08, der damals der führende Fußballverein im Kreis Iserlohn war.
•Als man sich dann aus dieser Entwicklung heraus entschloss, einen Fußballverein in Landhausen zu gründen, war der tragende Gedanke der verantwortlichen Männer des Vereins, diese Jugend aus labilen Verhältnissen zu einer Sportgemeinschaft zusammenzufassen. Unserem damaligen 1. Vorsitzenden nach der Gründung, dem Sportfreund Karl Keune, gebührt in diesem Zusammenhang besonderer Dank. Leider riss ihn eine tückische Krankheit schon früh aus unseren Reihen. Nachdem die Fußballer vorher auf den verschiedenen Weiden der örtlichen Bauern gespielt hatten, was nicht selten zu erheblichen Auseinandersetzungen führte, war es jetzt nach der Gründung des Vereins, die erste Aufgabe des Vorstandes ein Sportplatzgelände zu erwerben. Der erste Versuch ein abgeholztes Waldgelände des Gutes Edelburg, gelegen zwischen den Ortsteilen Landhausen und Stübecken, zu mieten schlug leider fehl. Doch dann gelang es von dem Bauern Lahrmann; „Auf dem Stein“ ein Wiesengelände für die Dauer von 2 Jahren zu pachten. Die Voraussetzungen zur freien Entfaltung und zum Training waren jetzt gegeben und die Sportler machten regen Gebrauch davon. Es folgte nun auch bald das erste Spiel unserer 1. Mannschaft gegen die 1 Mannschaft des SV Sundwig 1911 in Sundwig. In einer schicken blau-weißen Kluft stellten sich folgende Spieler dem Gegner: Hans Römer, W. Römer, Hermann Nelle, Willi Siegfried, Chr. Emde, Alfr. Bäcker, E. Freitag, Fr. Rosenhoff, Fr. Krollmann, J. Gilsbach, W. Ostermeier.

Das Spiel ging 11 : 1 verloren. Man wehrte sich tapfer, aber die Sundwiger Mannschaft war weitaus besser. Außerdem hatte unser Torwart einen schwarzen Tag. Es mangelte der Mannschaft vor allem an Erfahrung, die nur durch Spielen gegen andere Mannschaften erworben werden konnte. Leider bot sich hierzu vorerst nur wenig Gelegenheit, da das Spieljahr 1932,33 bereits angelaufen war und wir in das Pflichtspielprogramm nicht mehr eingereiht werden konnten. Außerdem waren wir auch noch nicht Mitglied des Verbandes. Den Antrag an den Westdeutschen Spielverband stellten wir Anfang 1933. Durch die nationalsozialistische Machtergreifung und der nachfolgenden Gleichschaltung auf dem Gebiet des Sports verzögerte sich unsere Aufnahme in den WSV bis August 1933. Die Anlaufzeit von 1932 bis Herbst 1933 wurde so weit wie möglich durch Aufnahme spielerischer Kontakte mit heimischen Mannschaften ausgenutzt. Wir hatten bis zum Herbst 1933 neben der 1. Mannschaft bereits eine 2. Mannschaft und 2 Jugendmannschaften auf den Plan gebracht. Die verantwortlichen Männer des Vereins waren nicht schlecht beraten worden bei der Wahl der Lage unseres Sportplatzes. Dieser lag zentral zwischen den Ortsteilen Landhausen und Stübecken und hart an der Grenze der Stadt Hemer, so dass allen Jugendlichen dieser Wohngebiete Gelegenheit gegeben war, diesen Platz zu benutzen und sich unserem Verein anzuschließen. Dieses führte dann wie bereits erwähnt, zu der Aufstellung mehrerer Mannschaften, um allen Spielerwünschen gerechtwerden zu können.

Zu Beginn der Spielserie 193134 wurden wir, im Kreis Lenne-Volme spielend, der 3. Kreisklasse des Raumes Iserlohn zugeteilt. Die inzwischen gesammelte Spielerfahrung machte sich bemerkbar und unter kluger Anleitung des Spielführers Christian Emde erkämpfte‘ sich die 1. Mannschaft im ersten Spieljahr einen guten Mittelplatz. Die 2. Mannschaft erzielte in der Gruppe für untere Mannschaften den 3. Tabellenplatz. An der weiteren Aufwärtsentwicklung des Vereins in diesem und dem nachfolgenden Spieljahr 1934,35 gebührt auch dem bis Oktober 1935 fungierenden 1. Vorsitzenden, Sportfreund Walter Beeck, besonderer Dank. In selbstloser Weise setzte er sich immer für die Belange des Vereins ein. Gute Arbeit leistete im ersten Spieljahr auch der gesamte Spielausschuss dem unter Leitung des Spielausschussvorsitzenden Dietrich Schäfer die Sportfreunde Karl Schäfer, Willi Wiemann und Fritz Krollmanii angehörten. Das Jahr 1933/34 berichtet ferner mit Datum vom 17. 2. 34 von der Bildung einer Leichtathletikabteilung unter Leitung des Sportkameraden Richhard Pauleck. Die Gründung dieser Abteilung wurde vom Reichsbund für Leibesübungen gefordert.

Die Fußballjugend beteiligte sich hauptsächlich an den Staffel- und Langstreckenläufen die gleichzeitig ein hervorragendes Konditionstraining für die Fußballer waren. Dass auch in dieser Leichtathletikabteilung gute Leistungen erzielt wurden, beweist der 4. Mannschaftspreis im Jahre 1934 im Hohensyburg-Schwerte Staffellauf. In der Jugendklasse war es besonders der damals Jugendliche Paul Wiemann der herausragende Zeiten lief und immer in der Spitzengruppe bei Jugend-Geländeläufen zu finden war.

Im Fußball brachte uns das Spieljahr 1934,35 mit dem 2. Tabellenplatz in der 3. Kreisklasse den Aufstieg in die 2. Kreisklasse. Zu dieser Zeit spielten folgende Spieler in unserer 1. Mannschaft:

Blei, H. Schmöle, Otto Nelle, Vornweg, P. Wiemann, Pauleck, Krollmann, Emde, E. Reuter, Knips und H. Neile.

Eine neue Sorge des Vereins wurde wieder die Sportplatzfrage. Das gemietete Wiesengelände des Bauern Lahrmann hatte uns dieser zum 1. Mai 1925 gekündigt. Wir konnten ein neues Gelände direkt anschliessend an den bisherigen Sportplatz, in einem Waldwinkel gelegen, von den Bauern Westhelle und Brauckmann auf längere Zeit pachten. Es galt jetzt diesen Platz zu entwässern und bespielbar zu machen. Dazu waren aber 1550 cbm Erde zu bewegen. Diese Arbeiten mussten ausschließlich von Mitgliedern unseres Vereins ausgeführt werden. Die Aufgabe schon anfangs unmöglich, aber ein unübertrefflicher Idealismus und die Freude am Fußballsport überwanden auch dieses Hindernis. Wenn die 1. Spielserie 35/36 ausschließlich beim Gegner ausgetragen werden musste, so war den neue Sportplatz Anfang des Jahres 1936 doch soweit fertig gestellt, dass die 2. Serie darauf abrollen konnte. Am 17. Mai 1936 wurde der Sportplatz offiziell durch den Kreisfachwart Gregorius Lüdenscheid, den Sportlern des Vereins übergeben. In einem Festzelt an der Turnhalle wurde die Einweihung gefeiert. Aus Anlass dieses Ereignisses wurden in zwei Gruppen Pokalspiele ausgetragen. In Gruppe 1 wurde der SC Menden 1910 Pokalsieger über Hemer 08 und in der Gruppe 2 siegte der VfL Iserlohn 24.

Sportkameradschaft wurde aber nicht nur auf dem Spielfeld gepflegt, sondern auch außerhalb dieses Rahmens bei unternommenen Ausflügen usw. So wäre von einer am 1. September 1935 durchgeführten Rheinfahrt nach Königswinter zu berichten. Sie führte uns durch das Lennetal über Marienheide nach Königswinter. Weiter möchten wir nicht unerwähnt lassen, dass wir jährlich zu Weihnachten unser Stiftungsfest feierten.

Da nun unsere Sportler von ihren Sportplatzsorgen befreit waren, konnte mit neuem Mut das Fußballspiel wieder betrieben werden. Unser heutiger Fachwart Fritz Simon hatte sich erboten, unser Fußballtraining zu übernehmen, dem wir begeistert zustimmten. Der Erfolg blieb nicht aus. Das Spieljahr 1936!37 brachte uns den 4. Tabellenplatz in der 2. Kreisklasse. Das Spieljahr 1937 38 stand wiederum im Zeichen härtesten Kampfes um die Tabellenspitze, aber auch in diesem Spieljahr war uns Fortuna nicht hold gesonnen. Bei Punktegleichheit mit der Sportgemein. Grüne 1911 standen wir 16/100 Tor schlechter als diese. Da das Torergebnis ausschlaggebend war, für den Aufstieg bei Punktegleichheit waren unsere Hoffnungen abermals vergebens. Nach Beendigung der Meisterschaftsspiele hatten wir den Bezirksklassenverein VfL Buer-Resse 08 über die Pfingstfeiertage bei uns zu Gast. Verstärkt durch die Spieler des SV Hemer 08 konnten wir diese Mannschaft mit 4 : 1 besiegen. Der Gegenbesuch erfolgte am 3. und 4. September des gleichen Jahres. Eine 8 : 2 Niederlage in der dortigen Kampfbahn war unsere Quittung. Das Resultat dieser Begegnungen war eine gute Freundschaft unter Sportlern. Das neue Spieljahr 38/39 lief an. Was uns so oft versagt geblieben war, sollte sich in diesem Jahr erfüllen. Unsere 1. Mannschaft errang die Gruppenmeisterschaft mit einem Einpunkt-Vorsprung vor dem Sportverein Deilinghofen und damit den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Im letzten Meisterschaftsspiel in Lendringsen gegen den dortigen BSV, war ein 2 : 1 Sieg im wahrsten Sinne des Wortes erkämpft worden.

Die Meisterschaft war natürlich ein Ereignis für den kleinen Ort Landhausen und unser Vereinswirt und Alterspräsident Gustav Sander ließ es sich nicht nehmen die Meistermannschaft nach Rückkehr aus Lendringsen an reich gedeckten Tischen zu empfangen. Anschließend fand eine Feier statt, an der das ganze Dorf lebhaften Anteil nahm. Nach einer für uns hoffnungsvollen Entwicklung bis 1939 senkten sich dann die Schatten des Krieges über unser Land. Der deutsche Fußballsport hat die Tragödie und damit praktisch die Vernichtung der Substanz hinnehmen müssen. Trotz allem wurde bis Ende des Jahres 1942 unter Leitung des Sportkameraden Bieg in Landhausen noch gespielt. Es waren nur noch wenige Spieler des eigenen Vereins in dieser Mannschaft vertreten. Durch Heranziehung verschiedener Soldaten blieben wir bis 1942 neben Rot-Weiß Iserlohn eine der stärksten Mannschaften in der 1. Kreisklasse der Gruppe Iserlohn, die sich aus folgenden Vereinen im Jahre 1939140 zusammensetzte: TuS Neuenrade, SC Menden 10, SV Hemer 08, SuS Landhausen, Rote Erde Iserlohn, SV Sundwig, 11, Rot-Weiß Iserlohn, SC Westig 08, SV Deilinghofen.

8. Mai 1945 – Kriegsende!

Was sollte nun aus dem Fußballsport werden? Durch die Maßnahmen der Siegermächte in Potsdam, wodurch Deutschland in vier Zonen aufgeteilt wurde, war das deutsche Volk völlig auseinander gerissen und isoliert worden. Der Krieg mit den Waffen war beendet, jetzt begann der Hungerkrieg. Wer dachte da noch an Sport! Die meisten Jugendlichen befanden sich noch in Kriegsgefangenschaft und die zurückkamen, waren körperlich kaum in der Lage, Sport zu treiben. Allmählich rührten sich aber wieder alte Pioniere des Sports und versuchten die Vereine neu aufleben zu lassen. Dieses war jedoch nicht so einfach, da auf Anordnung der jeweils zuständigen Militärbehörde sämtliche Vereine aufgelöst und das Eigentum derselben beschlagnahmt worden war. Unter Beachtungen der Bestimmungen der Militärregierungen konnten neue Vereine gegründet werden. Für Stadt und Amt Hemer wurde ein Zentralsportverein unter Leitung des Sportfreundes Karl Schwab ins Leben gerufen. Diesem Zentralsportverein gehörte als erster Verein der SV Hemer 08 an, der bereits Mitte 1945 den Spielbetrieb wieder aufnehmen konnte. Das greifbare Eigentum der Vereine, das, wie bereits erwähnt beschlagnahmt worden war, wurde nun an den Verein, der zuerst wieder spielte, ausgegeben. So gingen auch unserem ehemaligen Verein die noch vorhanden gewesenen Kluften und Bälle verloren. Als im September 1945 unser früherer Geschäftsführer und Mitgründer des Vereins Sportfreunde Paul Wiemann, aus der Gefangenschaft zurückkehrte, rührte es sich auch wieder bei uns in Landhausen. Er nahm Kontakt mit den ehemaligen Vereinskameraden auf und nach mehreren Vorbesprechungen kam es ebenfalls zur Neugründung unseres Vereins unter dem Namen: „Spiel- und Sportverein Landhausen.“

An der Gründungsversammlung, die am 20. Januar 1946 im Gasthof Sonder in Landhausen stattfand, nahmen folgende frühere Mitglieder teil: W. Förster, Rosenhoff, Humpert, Fr. Förster, Ritter, Herbert Bäcker, Ruppelt, H. Römer, W. Römer, P. Wiemann, W. Emde, Chr. Emde, D. Schäfer, A. Gaupp, H. Gaupp, Groß, Kempfer, Tapperogge, Merzhäuser, Bieg, Fr. Schäfer, P. Konopatzki, Erich Schäfer, Gustav Sonder. Als Vereinsführer wurde der Sportfreund Karl Humpert gewählt. Ferner gehörten folgende Mitglieder dem Vorstand an: Fritz Förster sen., Paul Wiemann, Gustav Sonder, Christian Emde und Diedrich Schäfer.

Die Neugründung wurde dem damaligen Sportbeauftragten für den Kreis Iserlohn Oskar Escherich, Iserlohn, am 22. 1. 46 mitgeteilt und um Spielerlaubnis nachgesucht. Nachdem uns diese erteilt worden war, erfolgte am 13. 2. 46 unsere Anmeldung beim Zentralsportverein Hemer. Theoretisch konnte der Spielbetrieb jetzt aufgenommen werden, aber es fehlte sämtliches Sportmaterial wie Bälle, Schuhe, Kluften usw. Es gab nur einen Weg an diese Dinge heranzukommen „Kompensieren“ und es gelang uns auf diesem Wege wenigstens Kluft für die 1. Mannschaft herbeizuschaffen. Es erfolgte dann in Westig unser erstes Spiel, welches mit einer 4 : 1 Niederlage endete. Da unser Sportplatz während des Brachliegens in den Kriegsjahren sehr gelitten hatte, musste auch hier etwas geschehen. Wir organisierten Tanzveranstaltungen im Saale unseres Vereinswirtes Sonder, die bald großen Zuspruch hatten. Weil man mit der Reichsmark im Jahre 1946 ziemlich großzügig war, hatten sich bei uns bald ansehnliche Kassenbestände angesammelt. So konnten wir nun endlich unseren Sportplatz entsprechend ausbauen. Inzwischen war die Mitgliederzahl erfreulicherweise angestiegen so dass wir Ende 1946 bereits einen Bestand von 87 Mitglieder aufweisen konnten. In der 2. Kreisklasse belegten wir spielend im abgelaufenen Jahr 1946.47 den 5. Tabellenplatz. Dieser 5. Platz reichte aus um wieder in die 1. Kreisklasse aufzusteigen.

Es spielten zur Zeit: Franz, Obst, Heinz Bäcker, Hans Konopatzki, Kurt Wiemann, Betzingen, Kempfer, Schütz, Fritz Hempelmann, Werner Förster, Lauschke.

Die 2. Serie war dann jedoch bedingt durch Spielverletzungen nicht mehr so erfolgreich für uns, so daß wir die Meisterschaft mit einem Platz im Mittelfeld beendeten. Da kein Nachwuchs vorhanden war, konnten unsere Spielerausfälle nicht ersetzt werden. Was war nun zu tun? Man versuchte das Fehlen des Nachwuchses mit Spielern aus den Nachbargemeinden zu überbrücken, aber dieses war auch nur eine Notlösung. Eine typische Zeiterscheinung war auch nicht nur in unserem Verein, die Lücken in den Stammannschaften durch Spieler der alliierten Truppen zu schließen, welches jedoch auch nur noch ein vorübergehender Ersatz war und keine Lösung der Existenzfrage des Vereins bedeutete. Im Spieljahr 49/50 waren es nur noch 2 Spieler unserer 1. Mannschaft die aus dem Ort Landhausen stammten alle anderen Spieler waren im Ortsteil Hemer drei weitere in Sümmern beheimatet. So konnte es also nicht weitergehen und es drängte sich allen dem Verein Treugebliebenen die Frage nach neuen Wegen auf. Nachdem Vorstandsmitglieder des Handball- und Leichtathletikvereins VfL Hemer, die mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, verschiedentlich an uns wegen eines Zusammenschlusses herangetreten waren, zog man unsererseits diesen Gedanken jetzt auch ernsthaft in Erwägung. Noch Vorbesprechungen zwischen Vorstandsmitgliedern beider Vereine wurde in getrennten Versammlungen über das Für und Wider dieses Planes abgestimmt. Das Ergebnis sprach mit großer Mehrheit für den Zusammenschluß.

Folgende Vereinsmitglieder wurden dann mit der Durchführung und Vorbereitung der sich aus dem Zusammenschluß ergebenen Fragen beauftragt: Vom SuS Landhausen: Gustav Höhnert, Paul Wiemann, Josef Bieg, Willi Betzingen und Willi Römer. Vom VfL Hemer: Johann Doelle, Willi Küper, Ludwig Strutz, Hermann Anton und Karl Lappe.

Diese Sportkameraden fertigten am 20. August 1951 im Gasthof Oberste Hemer, nach gewissenhafter Vorarbeit ein Protokoll welches 5 Punkte umfaßte. Dieses Protokoll wurde in einer am 1. September 1951 durchgeführten Versammlung den Mitgliedern der früheren Vereine SuS Landhausen und VfL Hemer zur Abstimmung verlesen und mit 38 Stimmen, 5 Enthaltungen und 1 Gegenstimme angenommen. Bei der Abstimmung waren 24 Mitglieder des VfL Hemer und 20 Mitglieder des SuS Landhausen anwesend. Als vorläufigen Vereinsnahmen wählte man SpVg Hemer-Landhausen. Damit war der Grundstein des neuen Vereins gelegt. Der Sportbetrieb wickelte sich im Dammstadion der Stadt Hemer ab.

Der Sport nahm regere Formen an, denn es wurde Handball und Fußball gespielt. Die 1. Handballmannschaft spielte in der Bezirksklasse, die 1. Fußballmannschaft in der 1. Kreisklasse. Da von den Senioren der Fußballabteilung auch im neuen Verein vorerst nicht viel zu erwarten war, legte man hier das Schwergewicht auf die Jugendabteilung.

Bei den Handballern wollte es aber auch so recht nicht klappen denn es wurden in der Jahreshauptversammlung am 28. Juni 1952 Stimmen laut, die Handballabteilung wieder vom Verein zu lösen. Ein diesbezüglicher Antrag wurde jedoch wieder zurückgezogen, da er keinen Erfolg versprach. Weil einige Mitglieder der Handballabteilung Zwietracht säten, stellte man diesen anheim aus dem Verein auszutreten. Verschiedene Handballer machten hiervon Gebrauch und schlossen sich der Handballabteilung des Turnvereins Hemer an.

In der Generalversammlung am 28. Juni 1952 wurde ein Antrag auf Änderung des Namen Spielvereinigung Hemer-Landhausen in „Spielvereinigung Hemer 32″ eingebracht. Die Bestätigung des neuen Vereinsnamen Sp.Vg. Hemer 32 erfolgte durch den Fußballverband Westfalen am 12. Juni 1953. Die labilen Verhältnisse in den Stammannschaften führten zwangsläufig zu einem leistungsmäßigen Tiefstand den wir hoffentlich bald überwunden haben. Zwar war es nicht mehr zu verhindern dass die 1. Mannschaft im Spieljahr 1960;61 den bitteren Weg in die 2. Kreisklasse antreten musste. Bedingt durch die Förderung unseres Nachwuchses hoffen wir aber im kommenden Spieljahr den Aufstieg in die nächst höhere Klasse wieder zu schaffen in welcher wir ja viele Jahre vertreten waren. Zur Zeit beschäftigen wir 2 Seniorenmannschaften die sich in diesem Spieljahr gute Plätze im ersten Drittel ihrer jeweiligen Gruppen sichern konnten. Zum Abschluss unserer Chronik stellen wir fest, dass die 30 Jahre auf die wir Rückschau hielten, reich waren an Ereignissen in unserem Verein und im Zeitgeschehen. Die politischen Ereignisse haben die Welt in zwei Lager gespalten aber wir wollen an dem Glauben festhalten, daß das in allen Ländern populäre Fußballspiel zur Völkerverständigung und Beseitigung der scheinbar unüberbrückbaren Gegensätze beitragen möge. Für den Sportler gibt es keine Ländergrenzen. Er will seine Kräfte mit Gegnern messen, die gleich ihm, nur die Freude am Spiel beseelt. Dieses ist auch das Anliegen unseres Vereins, der Spielvereinigung Hemer 32.